Taiji Quan-Form als Werkzeug

Taiji Quan-Form als Werkzeug zum Entwickeln der äußeren und inneren Struktur und Kräfte

Taiji Quan, eine alte chinesische Kampfkunst, hat sich in den letzten Jahren weltweit  verbreitet und etabliert. Millionen Menschen wissen „was“ sie üben, aber nur wenige erreichen ein praktisches Verständnis von Taiji Quan und wissen „wie“ sie üben sollten.

Zum einen liegt es sicherlich daran, dass die meisten Menschen persönliche Hindernisse mitbringen, die ein in die Essenz des Taiji Quan Eintauchen, verhindern. Diese Hindernisse resultieren aus dem mentalen, emotionalen und körperlichen Begebenheiten, welche jeder Mensch mit sich bringt.
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Techniken, Prinzipien und Anwendung des Chen Stil-Schwertes

Der historische Ursprung der Chen Taiji-Schwertkunst ist bis heute umstritten. Wir dürfen aber davon ausgehen, dass die Prinzipien des Taiji Quan für das Taiji Schwert bereits präzise und perfekte Voraussetzungen geschaffen haben. Es heißt, dass jeder der heutigen Taiji Schwertstile auf einen von 3 Schwertformtypen zurückgeführt werden kann (Xuan Hua-Schwertform, Sancai-Schwerform, Qian Kun Schwertform). Die Forschung, welche zu diesem Ergebnis führte, gilt jedoch auch als ziemlich unspezifisch und umstritten.
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Die Tradition in den chinesischen Kampfkünsten

Zur Bedeutung der Begriffe Tradition und traditionell wird in Fachkreisen lebhaft und kontrovers diskutiert, Mißverständnisse über deren korrekte Anwendung und Definition sind an der Tagesordnung. Auf der einen Seite sind die Traditionsgegner davon überzeugt, daß sich jegliches Traditionsgehabe lähmend auf ihre Kampfkunst auswirkt. In der Tat treibt falsches Traditionsverständnis in Kampfkunstkreisen bei manchen Lehrern und Schülern schillernde Blüten.

Im anderen Extrem halten Traditionalisten an der „Tradition“ fest, ohne kritisch zu hinterfragen, warum sie sich ihr verpflichtet fühlen – einfach, „weil es schon immer so war“. Derartige traditionalistische Scheuklappen verhindern einen Blick über den eigenen Tellerrand und erleichtern es nicht gerade, weiter zu lernen und sein Wissen sowie sein jeweiliges Können zu ergänzen.
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Wu Xing in dem Kampfkünsten

Die Theorie der 5 Wandlungsphasen/5 Elemente, ist, wie wir gesehen haben, mit vielen anderen Theorien, Ideen und Künsten kombinierbar. Wu Xing – sowie Yin und Yang – Theorien fließen in die TCM, in die Ernährungsmethode, in Feng Sui (chin. Geomantie) aber auch in die Kampfkünste mit ein. So z. B. in die 5 Methoden zum Entwickeln von Gefühl in Quan-Fa (Chuai-mo). Laut dem Lexikon der ostasiatischen Kampfkünste von Werner Lind bedeutet Chuai: „schätzen, vermuten“. Mo bedeutet: „studieren, forschen“. Chuai-Mo sind Methoden, die nächste Technik des Gegners zu erforschen und richtig einzuschätzen. Diese Methoden können bei rechter Konzentration in den Formen (Tao-Zu) geübt werden. Vor allem werden sie aber in Partnerübungen geübt.

  1. Tie = Ankleben,
  2. Nian = Anhaften,
  3. Sui = Nachfolgen,
  4. Lian = Mitbewegen,
  5. Bu Diu Ding = Durch Entsprechung nicht verlieren.

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Zwischen Campingplatz und „Tempelhof“

Taiji zwischen den Jahreszeiten

Anfang Januar: Angeregt durch den Artikel „Tempelpark“ von Jan und privilegiert durch die Möglichkeit, ein arbeitsfreies Jahr nehmen zu können, stellte ich einen von meinen Freunden geliehenen Wohnwagen auf einen nahe, bei Lüdinghausen, gelegenen Campingplatz.

Ohne berufliche Anforderungen über einen längeren Zeitraum in einem ruhigen, naturnahen Umfeld leben können, in dem schon seit zehn Jahren Taiji und Tang -Lang Sommercamps stattfinden , hatte ich mir vorgenommen, meine Taiji Grundlagen auszubauen und zu vertiefen, was kann schöner sein?

Der Wettergott war gnädig mit mir. Zwischen kurzen Regenperioden in den Wintermonaten, zeitweilig klirrender Kälte und einigen Schneetagen, postkartenähnlichen Sonnenaufgängen im Hochnebel auf der gegenüberliegenden Ostseite des alten Stichkanals , schnell dahin fliegenden Eissvögeln und nach Fischen tauchenden Komoranen, waren früh am Morgen die Basisübungen angesagt.
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Singapur

Ein Reisebericht von Evelyn Garski

Singapur – eine Stadt voller Kontraste, zahlreicher verschiedener Kulturen und vielversprechenden Eßgenüssen. Eine Stadt, so erzählte man uns, die nicht nur wegen ihres tropischen Klimas bekannt war, sondern mittlerweile als Geheimtip für Kung Fu Interessierte weitergegeben wurde.

Auch wir folgten im Juli 1994 einer dreiwöchigen Einladung von Frank Greinacher und seinem Meister Yeo Lian Hook, der in Singapur lebt, anläßlich des 20jährigen Bestehens des Shaolin Hong Chay Kung Fu Deutschland.

Die Reisegruppe setzte sich zusammen aus fünf traditionellen deutschen Kung Fu Lehrern wie Sifu Frank Greinacher (Shaolin Hong Chay), Sifu Gerhard Milbrat (Mei Hua Tang Lang), Sifu Jan Silberstorff (Chen-Taiji Chuan), Sifu Kai Uwe Pel (Seven Star Mantis), Sifu Andreas Garski (Hung Gar), den Ausbildern und Assistenten von Sifu Greinacher und Sifu Milbrat, Evelyn Garski (als Mit-Redakteurin des Kung Fu Magazin’s) sowie Ausbildern des Shaolin Hong Chay aus Türkei, Belgien, Griechenland und sehr motivierten und erwartungsvollen Schülern dieser traditionellen Schulen. Insgesamt brachten wir es auf eine stolze Teilnehmerzahl von immerhin 33 Mitreisenden.
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Vom Laoshan zum Huashan

China Reise der Chung Hsing Mei Hua Tang Lang Ass. und der Tang Lang Ass. Hamburg

Seit Sifu Heiko Klisch und Sifu Gerhard Milbrat ihre Mei Hua Tang Lang Verwandtschaft feststellten (beide Tang Lang Experten stehen in direkter Linie zur Hé (Hao, Huo) Familie, die das Mei Hua Tang Lang in China berühmt machten), wollten sie einmal zusammen in China trainieren.

Im vergangenen Jahr wurde das Vorhaben zur Realität. Sifu Klisch konnte seinen Lehrer und Großlehrer Zhang, Wang-Fu für ein 3-wöchiges Trainingslager gewinnen. So flog man nach anfänglichen Schwierigkeiten nach China. Mit dabei waren einige Schüler der befreundeten Tang Lang Lehrer und so war die Gruppe immerhin 12 Personen stark. Nonstop ging es zunächst nach Peking, um dort innerhalb einiger Tage die Große Mauer, die Verbotene Stadt und anderes zu besichtigen.
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Wo die Suche endet beginnt der Weg

Taijiquan Sommercamp der WCTAG 2003

So eine Überschrift hört sich zunächst mal ganz gut, vielleicht sogar philosophisch an, ist aber erstens nicht von mir, und will zweitens mit Leben gefüllt sein. Das heißt, dass man zwar viele Lehr – und Sinnsätze kennen, doch nicht zwangsläufig mit gelebter Erfahrung füllen kann. Und da sind wir schon mitten im Geschehen.

Chen Tai Ji Quan – Sommercamp 2003 der WCTAG NRW unter Leitung v. Gerhard Milbrat

Es ist jedes Jahr aufs Neue eine Herausforderung sich in eine so große Gruppe einzufügen, und die eigenen Ansprüche und Erwartungen an die sich bietenden Chancen anzugleichen und selbige effektiv zu nutzen.
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To Stand or not to Stand

Essay von Gerhard Milbrat

„Bitter Essen können“ ist eine der Voraussetzungen, um Kung Fu zu bekommen. Aber ehrlich gesagt, wer ißt schon gerne freiwillig bitter? Um aber seine Fertigkeiten in der Kampfkunst optimieren zu können, ist viel Arbeit nötig. Ein wesentlicher Teil dieser Arbeit besteht aus Qi Gong Übungen, um innere Kraft. Ruhe und Gelassenheit zu erlangen.

Nun gibt es eine grobe Einteilung in innere und äußere Kampfsysteme und es entsteht der Eindruck, daß äußere Systeme keine innere Arbeit wie Qi Gong nötig haben. Jedoch ist es wohl aber so. daß hart und weich, innen und außen harmonisiert sein sollen. Gerade im Kung Fu. auch im Shaolin Kung Fu. ist es notwendig, Yin und Yang in Form und Anwendung durch richtiges Üben auszugleichen.
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